BACKBONE PENINSULA + AUSZÜGE – Drucken, 2015

Backbone Peninsula
Fine-Art Print Aquarell Torchon
80x35cm
Ed. 5 + AP

Asuzüge Serie
Fine-Art Print
14,3×21 cm
Unique Ed.

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Backbone ist eine Reflexion über Resilienz. Das relational project untersucht die Fähigkeit eines Systems, Veränderungen zu überstehen. Hierfür wird die Erwerbstätigkeit bzw. die Notwendigkeit einer bezahlten Beschäftigung nachzugehen, in den Blick genommen. In chronologischer Reihenfolge listet die Arbeit untereinander alle Nebenjobs auf, welche die teilnehmenden Mitglieder des gemeinnützigen Kunstvereins Peninsula mit Sitz in Berlin im Laufe ihrer Karriere angenommen haben, um parallel ihre Arbeit als Künstler fortsetzen zu können. Die Liste ähnelt dabei einem Rückgrat, dem Backbone, und spielt gleichzeitig mit dem italienischen Ausdruck „farsi le ossa“ – wörtlich übersetzt: deine Knochen stark machen, inhaltlich: sich die Hörner abstoßen. Die Liste enthält dabei keinerlei Namen sondern führt allein die verschiedenen Berufe und die dazugehörigen Jahre auf, in denen diese Jobs und Nebenjobs ausgeübt wurden, um sich auf die Anstrengungen der Künstler zu konzentrieren, ihr Überleben zu sichern und wie sich diese Anstrengungen im Laufe der Jahrzehnte verändert haben – oder auch nicht.
Mit der Beschäftigung von durch Künstler*innen ausgeführter, existentiell notwendiger Erwerbsarbeit berührt diese Arbeit natürlich ein Tabu. Die Tatsache, dass es den wenigsten Künstlern möglich ist, allein vom Verkauf ihrer Arbeiten oder durch verschiedene Förderprogramme zu leben und zu überleben und all die damit einhergehenden Schwierigkeiten wie Widerstand, Umbau, Elastizität und Neuerfindung, wird weitgehend ignoriert. Dabei wird häufig erst durch diese Widerstände die nötige Freiheit gewonnen, sich im künstlerischen Forschen und Schaffen nicht kontinuierlich in Abhängigkeit zum Markt sowie variierenden sozialen und politischen Kontexten zu begeben. Zu diesem Projekt haben insgesamt 21 Künstler beigetragen und den Prozess der Entstehung durch ihre rege Teilnahme an den mit diesem einhergehenden Diskussionen und durch das beisteuern ihrer vielfältigen und nicht selten kritischen Perspektiven zu diesem Thema bereichert. Ihnen gilt mein aufrichtiger Dank.